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Wenn Kritik nicht mehr erreicht
Eine Handreichung für Führungskräfte zum Umgang mit narzisstischen Dynamiken im Beruf In Organisationen gibt es Situationen, in denen Zusammenarbeit plötzlich schwierig wird. Gespräche eskalieren, Kritik kommt nicht an, und Konflikte drehen sich im Kreis. Nicht selten fällt dann schnell ein Wort: „narzisstisch“. Der Begriff wird häufig als Vorwurf verwendet. Für Führungskräfte hilft das wenig. Denn moralische Bewertungen ersetzen keine professionelle Handlungssicherheit. Tatsächlich gibt es Persönlichkeitsmuster, die im Arbeitskontext besonders schwer zugänglich sind. Narzisstische Strukturen gehören dazu. Dieser Beitrag soll Führungskräften helfen, solche Situationen besser einzuordnen – und handlungsfähig zu bleiben. Was mit „narzisstischer Struktur“ gemeint ist Klinisch wird Narzissmus heute nicht mehr nur als Charaktereigenschaft verstanden, sondern als mögliche Störung…
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„H wie Hinsehen“ – das erste Gespräch mit psychisch belasteten Mitarbeitenden
Teil 2 der Reihe: Psychisch erkrankte Mitarbeitende im Team – Führungsverantwortung mit Haltung und Handlungsrahmen Viele Führungskräfte hoffen, dass sich alles im ersten Gespräch löst. Doch das erste Fürsorgegespräch ist kein Heilversuch – sondern der Anfang eines professionellen Prozesses. Ein Gespräch, das Haltung, Vorbereitung und innere Klarheit erfordert. Zwischen Kritik und Fürsorge: Ein entscheidender Unterschied In meinen Seminaren erlebe ich oft, dass Führungskräfte gut geschult sind im Umgang mit Kritikgesprächen – etwa mit dem bewährten SAGES-Modell: Sichtweise – Auswirkungen – Gefühle – Einschätzung – Schlussfolgerung. Doch ein Fürsorgegespräch nach dem HILFE-Modell ist etwas ganz anderes. Hier geht es nicht um Pflichtverletzung, sondern um beobachtbare Veränderungen – in Leistung, Verhalten oder…
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Erschöpft, aber wirksam – Führung jenseits von Yogamatte und Atemtechnik
Wie kollektive Verstörung zur Ressource für gute Führung werden kann Es ist eine paradoxe Situation: Viele Führungskräfte, mit denen ich arbeite, sind erschöpft, aber keineswegs wirkungslos. Im Gegenteil. Sie führen mit klarem Kopf, sie übernehmen Verantwortung, sie setzen sich ein. Und sie zahlen dafür einen Preis. Einen Preis, der sich nicht mit einer Stunde Yoga pro Woche begleichen lässt. Zwischen Selbstverantwortung und Systemdruck Wer heute führt, gerät leicht in eine Spirale aus Überforderung, Verantwortungsübernahme und wachsender innerer Erschöpfung. Und während die Systeme kaum entlasten, verlagert sich die Verantwortung für Stressbewältigung immer stärker auf das Individuum. Achtsamkeit, Resilienztrainings, Mindfulness-Karten auf dem Schreibtisch. Das kann entlasten. Muss es aber nicht. Denn wer…






